Die Timeline auf Facebook wird zur Pflichtveranstaltung
Wer viel Zeit im Sozialen Netzwerk von Facebook verbringt, dem wird das neue Feature längst aufgefallen sein. Noch nutzt zwar die Mehrzahl der User das alte Profil. Aber die Zahl der Facebook-Anhänger, die zur neuen Optik wechseln, steigt täglich. Timeline nennt Facebook sein neues Feature. Ein Art Chronik also des Users, die mit seinem Geburtsdatum beginnt und wichtige Etappen im Lebenslauf, beispielsweise den Schul- oder Studienabschluss, ebenfalls beinhaltet, sofern die Nutzer dies angeben. „Gelockt“ werden User dorthin vor allem durch das prägnante Bannerbild, das man selbst hochladen kann, um seinen Facebook-Auftritt eine ganz persönliche Note zu verleihen. Doch die Timeline auf Facebook sorgt auch – wie sollte es anders sein – für Ärger.
Viel Kritik, aber auch Befürworter der Facebook-Chronik
Kritiker werfen der neuen Facebook-Chronik vor, sie sei der nächste Schritt, sein Dasein für alle noch „gläsener“ zu gestalten. Im Facebook-Leben gibt es eben keine Geheimnisse. Fast, denn letztendlich ist jeder Mensch noch selbst dafür verantwortlich, welche Daten er freigibt, oder ob man sich überhaupt für die Soziale Plattform anmeldet. Und so gibt es durchaus auch Befürworter der Umstellung auf das Timeline-Profils: Zum einen kann eingestellt werden, für wen überhaupt die Zeitleiste auf Facebook sichtbar ist. Zum anderen argumentieren Experten, dass durch die Chronik es nun auch für den User deutlicher wird, welche seiner Daten tatsächlich auch ausgewertet werden. Denn diese listet die Timeline schließlich sorgfältig wie chronologisch auf. Das Bewusstsein der User würde sogar dafür sensibilisiert, vorsichtiger mit seinen persönlichen Daten umzugehen.
Eine Woche „Bearbeitungszeit“ für jeden User
Bisher galt: Auf Facebook hatte jeder User die Wahl zwischen der klassischen Profilansicht und der neuen Timeline. In den kommenden Wochen will das von Mark Zuckerberg ins Leben gerufene Netzwerk aber komplett auf das Chronik-Profil umstellen. Jeder Nutzer habe dann sieben Tage Zeit, sich mit dem neuen Profil auseinanderzusetzen, ehe es endgültig „on air“ geht. Zuckerberg selbst preist die Timeline als „Geschichte deines Lebens“ an – den Datenschützern ist sie nach wie vor ein Dorn im Auge. Hamburgs Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar kritisiert beispielsweise, Nutzer würden durch die neuen Möglichkeiten dazu verleitet, Ereignisse aus der Vergangenheit hinzuzufügen, die sie sonst niemals veröffentlichen würden. Facebook hält mit dem Argument dagegen, jeder User bekäme diese eine Woche Zeit, um seine Timeline entsprechend zu bearbeiten. Und so ist es ja auch: Weniger die Bearbeitung, als vielmehr das Bewusstsein des Users, welche Daten er tatsächlich wem zur Verfügung stellen will, ist entscheidend. Und natürlich die Entscheidung, sich bei Facebook überhaupt anzumelden.
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