All for one: Google plant Einheits-Profil für alle User

Jan 25, 12 All for one: Google plant Einheits-Profil für alle User

Im Grunde genommen drückt Google bei allen Erfolgen nur ein Schuh – der aber richtig. Das Unternehmen, das einst als reine Suchmaschine startete, bietet mittlerweile mehr. Viel mehr. Das fängt beim eigenen E-Mail-Service an, wird durch eine Anwendung von Kontakten erweitert und dank Features wie Google Texte & Tabellen oder einem RSS Reader ergänzt. Dazu gesellt sich mit Picasa eine Fotoplattform, die mit Marktführer Flickr in Konkurrenz steht. Neuerdings bietet Google mit dem Plus auch eine eigene Lösung für Social Networking. Facebook lässt grüßen. Doch kommen wir zum eigentlichen Problem: Nicht wenige User nutzen all diese Dienste nicht unbedingt auch mit einem einzigen Account – was Google ändern will.

Viele unterschiedliche Dienste, viele unterschiedliche Konten

Viele Benutzer haben einen oder mehrere Accounts bei Google Mail, darüber hinaus einen weiteren für Picasa. Und unter Umständen loggen sie sich mit einem dritten oder gar vierten Account auch noch bei Google Plus ins soziale Netz ein. Geht es nach dem Wunsch des Internet-Riesen, möchte man künftig all diese Accounts und verschiedene Informationen über ein und denselben User auch gebündelt in einem einzigen Profil des Nutzers sehen. Damit, sagt der Internetkonzern, könne er die Daten seiner Kunden besser analysieren und Nutzer werden von besseren Suchergebnissen und noch personifizierter Werbung profitieren. Googles Vision: Der große, individuelle, persönliche und maßgeschneiderte Internet-Assistent für jeden Nutzer. Ziel sei es aber nicht, das betonte der Konzern ausdrücklich, Daten nach außen zu verkaufen. Vielmehr wolle man ein einfacheres und intuitiveres Google-Erlebnis bieten.

Googles Suchfunktion wird immer weniger benötigt

Die Frage nach dem „Warum“ ist leicht beantwortet. Die Konkurrenz bringt immer öfter technische Wege und Mittel an den Start, die die beliebte Google-Suche umgehen. Ein Beispiel: Mit dem iPhone 4S präsentierte Konkurrent Apple auch den Sprachassistenten Siri. Im Dialog zwischen Nutzer und Siri umgeht der Sprachassistent dabei geschickt auch die Google-Suche. Auch soziale Netzwerke werden mehr und mehr zu personalisierten Suchmaschine. Durch die Integtration von RSS-Feeds, diverser Fanseiten und Co. werden Informationen, die den User wirklich interessieren beispielsweise auf Facebook bereits gebündelt. Eigentlich findet der durchschnittliche Internet-User hier bereits alles, was er benötigt: Kommunikation mit Freunden und Kollegen, tägliche Informationen von Gruppen, Sportvereinen, Lieblingsmusikern und anderen Medien. Was braucht es da noch Google? Zumal findige Entwickler an Erweiterungen für die Browser arbeiten, die bei der Suche gerne Twitter, Facebook und Co. integrieren – nur eben nicht die einst so populäre Suchmaschine.

Ein mögliches Szenario: Das neue Google-Profil

Wie aber stellt sich Google ein ideales Szenario vor, bei dem die Kräfte der einzelnen seiner Anwendungen gebündelt werden? Googles Datenschutz-Chefin Alma Whitten nennt als Produkte beispielsweise den Google Kalendar und Google Maps und beschreibt es so: „Wir können Sie darauf hinweisen, dass Sie spät dran sind für ein Treffen, ausgehend von Ihrem Aufenthaltsort, Ihrem Kalender und einer Vorstellung von dem aktuellen Verkehr.“ So oder so ähnlich soll ein neues User-Profil künftig funktionieren, bei dem Google alle Daten eines Nutzers zusammenfließen lassen will.

Bild: Google

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