Apples iBooks 2.0 und iBooks Author sorgt für reichlich Ärger

Jan 24, 12 Apples iBooks 2.0 und iBooks Author sorgt für reichlich Ärger

Ist Apple dieses Mal über das Ziel hinausgeschossen? Für großen Unmut jedenfalls sorgen dieser Tage zwei Dinge: Zum einen die Software für Autoren, die auf den Namen iBooks Author hört, generell. Zum anderen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die mit der Nutzung des Programms verknüpft sind. Die Software selbst ist kostenlos. Der Haken daran steckt im Detail, beziehungsweise in den AGB. Denn wer mit seinen über iBooks Author erstellten E-Books Geld verdienen möchte, kann dies natürlich tun – allerdings nur über eine Apple-Plattform.

Verkauf ja – aber nur über die Apple-Plattform

Man stelle sich folgendes Szenario vor: Mit dem iPhone ausgerüstet geht es auf Fotosafari. Die Bilder landen dank iCloud direkt in den Fotostream. Zu Hause angekommen werden sie mit flinken Maustasten in Apples iPhoto bearbeitet. So weit, so gut. Doch nun verbieten die Allgemeinen Geschäftsverbindungen es, diese Bilder beispielsweise auf eine der unzähligen Fotoplattformen hochzuladen und für die Downloads ein paar Euro zu verdienen. Exakt das schreibt Apple nun mit seinen AGBs für iBook Author vor. Darüber hinaus behält sich Apple das Recht vor, die Bücher vorher zu prüfen. Wird ein Werk abgelehnt, bedeutet das weiter, man kann es nicht über eine Apple-Plattform verkaufen, darf es aber auch nirgendwo anders anbieten – zumindest nicht zu einem Verkaufspreis, lediglich gratis.

Kein ePub-Standard mehr

Eng mit diesem Problem verknüpft ist die Tatsache, dass Apple den ePub-Standard für E-Books entgegen eigener Ankündigungen nun doch nicht einhalten wird. Die in iBooks Author erstellten Werke sind nicht mehr kompatibel zum offenen ePub-Standard. Stattdessen nutzt iBooks 2.0 CSS-Erweiterungen aus dem Hause Apple, die nicht zum W3C-Standard gehören, den E-Books sonst nutzen. Im Umkehrschluss bedeutet das: Auf das Lesen von E-Books spezialisierte Software wie beispielsweise das kostenlose Calibre können die in iBooks Author erstellten digitalen Bücher nicht mehr korrekt anzeigen. Der andere Weg funktioniert nach wie vor: In der iBooks-App können ePub-Bücher weiterhin gelesen werden. Bleibt eigentlich nur zu hoffen, dass Apple nachrüstet und in iBooks Author eine ePub-Import- und -Export-Funktion nachrüstet.

© Bild: Apple Mac Store

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