Knapper Speicher, verlorene Daten: Instantpaper und andere Apps betroffen
Im Großen und Ganzen wurde der Release von iOS 5 in der Usergemeinde vielleicht nicht gerade überschwänglich gefeiert, aber zumindest wohlwollend zur Kenntnis genommen. Der Aufschrei von Entwicklern von Apps für das iPhone dürfte indes groß gewesen sein. Denn mit der fünften Generation des mobilen Betriebssystems von Apple hielt auch eine neue Speicherverwaltung Einzug, die es zwar eigentlich nur gut meint. In der Praxis sieht die Lösung der Probleme allerdings alles andere als positiv aus.
iOS löscht Inhalte der Temp- und Cache-Ordner ohne Rückfrage eigenständig
Denn iOS 5 schafft sich bei zu knappen Speicherkapazitäten selbst seinen Platz, den es benötigt. Im Klartext bedeutet das: Das Betriebssystem löscht zunächst die temporären Verzeichnisse des Cache. Dumm nur, dass viele Entwickler genau diese für ihre Anwendungsdaten nutzten. Nehmen wir das Beispiel Instantpaper, eine App, die Links speichert, um dem User es anschließend zu ermöglichen, die entsprechenden Webseiten auch im Offlinemodus zu lesen. Instantpaper ist neben Read it later die beliebteste App auf dem Gebiet der „Offline-Reader“. Wird wie gesagt der Speicherplatz auf dem iPhone oder iPad mit iOS 5 zu knapp, löscht das System zunächst Inhalte der Temp- und Cache-Verzeichnisse – und zwar ohne Rückfrage. Genau dort speichert Instantpaper aber seine Offline-Inhalte ab.
Bessert Apple nach, um das Problem zu lösen?
Die Konsequenz: Instantpaper verliert seine Daten. Und ganz ähnlich verhalten sich auch andere Apps. Hintergrund ist, das bislang in diesen Ordnern keine Synchronisierung stattfand, geschweige denn, dass das Betriebssystem deren Inhalte eigenständig löschte. Deswegen waren sie als lokaler Speicher bei den Entwicklern auch beliebt und wurden rege genutzt, denn es erleichterte die Programmierarbeit erheblich. Aufgefallen war dieses neue Verhalten in iOS 5 jetzt Marco Arment, seines Zeichens Entwickler der App Instantpaper. Im Worst Case sei der Datenverlust dann so erheblich, dass auch ein Backup nicht möglich sein und die komplette App neu heruntergeladen werden muss. Liefert Apple diesbezüglich keine Nachbesserung, müssen Programmierer künftig die Daten zum Abgleich via iCloud zur Verfügung stellen, wovor sich viele aber ob des erheblichen Mehraufwandes scheuen.
© Bild: flickr / The Next Web
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